Max Beckmann – Departure

Max Beckmann

Departure, 1932-35

Öl auf Leinwand, Triptychon, Mittelbild 215,3 x 115,2 cm, Seitenbilder 215,3 x 99,7 cm

Museum of Modern Art, New York
© 2022. Digital image, The Museum of Modern Art, New York/Scala, Florence

Details   

Max Beckmann – Departure

Pinakothek der Moderne | Kunst
Saal 21-26

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Aufbruch und Reise als existentielle Grunderfahrungen stehen erstmals im Mittelpunkt einer Max Beckmann gewidmeten Ausstellung. Sein Leben war geprägt durch tragische Erfahrungen von Krieg und Entwurzelung, von Transit und Exil, aber auch von mondänen Urlaubsreisen, von Freiheitsdrang und Reisesehnsucht - inspiriert durch Lektüre und Mythos. Seinem ersten Triptychon verlieh Beckmann den vieldeutigen Titel DEPARTURE, der namensgebend für diese groß angelegte monografische Sonderausstellung ist.

Etwa 70 Leihgaben aus bedeutenden privaten und öffentlichen Sammlungen in Europa und den USA, unter anderem die Triptychen Departure (Museum of Modern Art, New York) und Argonauten (National Gallery of Art, Washington D.C.), darüber hinaus Meisterwerke aus dem Saint Louis Art Museum sowie u.a. dem Städel Museum, Frankfurt am Main, der Hamburger Kunsthalle, dem Von der Heydt-Museum Wuppertal oder dem Museum der bildenden Künste Leipzig, zeigen die enorme Bandbreite der Bildmotive und -ideen des Reisens und ergänzen den größten europäischen Gemäldebestand Beckmanns, der sich in der Sammlung Moderne Kunst befindet.

Mithilfe der 2015 erfolgten Schenkung der Familiennachlässe des Malers an das Max Beckmann Archiv der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen können erstmals auch zahlreiche unbekannte Materialien und Dokumente wie Fotoalben, Einreisepapiere, Ansichtskarten und Filme präsentiert werden. Sie ermöglichen einen neuen und aktuellen Blick auf den prominenten Künstler und die Privatperson Max Beckmann und damit eine in dieser Zusammenschau nur in München realisierbare Ausstellung.

Befreiung und Lust, Sehnsucht und Melancholie, Sorge und Angst: Diese ambivalenten Empfindungen äußerer und innerer Aufbrüche prägen unsere Zeit der rastlosen Bewegung, des weltumspannenden Arbeitsmarkts, der Kriege, Vertreibung und Migration. Als die Pandemie das Reisen vorübergehend unmöglich machte, rückte seine Bedeutung mit Nachdruck in unser Bewusstsein. Bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bedeuteten Situationen des Aufbrechens nicht nur Genussmomente, sondern existenzielle, durch zwei Weltkriege und zahllose Krisen ausgelöste Notwendigkeiten, die auch mit dem Verlust von Heimat, Familie und Sprache einhergingen. Max Beckmann zählte zu den bildenden Künstler:innen, die in ihrem Werk sowohl freud- wie auch leidvolle Erfahrungen des Reisens auf unvergleichliche Weise thematisiert haben.

Aus den Besonderheiten der motivischen und materiellen Quellen heraus wurde gemeinsam mit der Gestalterin Juliette Israël eine spezifische Ausstellungsszenografie entwickelt.

Kuratiert von Oliver Kase und Christiane Zeiller mit Sarah Louisa Henn

Begleitprogramm

Im Rahmen eines umfangreichen Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramms werden Lesungen und Konzerte in der Ausstellung stattfinden. In Kooperation mit „Kino der Kunst“ wird ein Programmkino, ausgehend von Beckmanns eigenen Kinobesuchen, entwickelt. Migrations- und Identitätsfragen bilden die thematische „Departure” für eine Kooperation mit YouthNet, einem interkulturellen Jugendnetzwerk. Junge Menschen mit und ohne Fluchterfahrung werden ihre persönliche Geschichte vor dem Hintergrund der Biografie Max Beckmanns reflektieren. Die Ergebnisse werden in einer kleinen Werkschau in den Ausstellungsräumen zu sehen sein. In der für die Pinakothek der Moderne neu entwickelten Ausstellungs-App werden zahlreiche Expert:innen aus verschiedenen Bereichen zu Wort kommen. 

Weitere Informationen zum Programm bald hier verfügbar.

Max Beckmann, Meer mit großer Wolke, 1943, Öl auf Leinwand, 90,5 x 50 cm
Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne, München
© Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Katalog

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit 350 Seiten im Hatje Cantz Verlag (dt./engl.), gestaltet von dem vielfach ausgezeichneten Büro Bonbon, Zürich. Der Katalog enthält, neben Abbildungen aller ausgestellten Gemälde und zahlreicher bislang unveröffentlichter Archivalien und Objekte aus dem Max Beckmann Archiv, thematische Kapiteleinführungen und kunstwissenschaftliche sowie literarische Texte unterschiedlicher Gattungen von u.a. Jim Arthur, Maria Cecilia Barbetta, Josefine Berkholz, Barbara C. Buenger, Ulrike Draesner,  Françoise Forster-Hahn, Maike Grün, Sarah Louisa Henn, Florian Illies, Dževad Karahasan, Oliver Kase, Sibylle Lewitscharoff, Patrice Nganang, Nina Peter, Uljana Wolf, Christiane Zeiller und Hanns Zischler.

Eintrittspreise

Ticket Sonderausstellung
DI-SO 10 €, ermäßigt 7 €

Ticket Sonderausstellung und gesamtes Museum
DI-DO 15 €, ermäßigt 10 € | SO 11 €, ermäßigt 8 €

Ticket Sonderausstellung für Inhaber:innen des 12- Euro / 5 Museen-Tagestickets
DI-SA 5 €, ermäßigt 3 € (SO nicht erhältlich)

Weitere Informationen zum Eintritt und den Ermäßigungen erhalten Sie hier.